Der dritte Post

27. April ’26

Vor einer Woche wurde ich operiert. Zum zweiten Mal. Ich hatte gehofft, dass man das merkt. Dass man merkt, dass vor fast vier Monaten schon mal jemand in meinem Bauch gearbeitet hat. Was wohl nicht der Fall war. 87 Minuten reine Operationszeit. Und eine weitere Diagnose: Adenomyose. Mein Uterus sei sehr weich und komplett befallen. Der Operateur hätte allein eine Stunde gebraucht, um überhaupt Land zu sehen. „Hochgradiger Befall“. Mein Darm war an einer Stelle, an der er nicht sein sollte, weil die Endometriose dafür gesorgt hat, dass er am linken Eierstock/ Eileiter (bin mir nicht mehr ganz sicher) festgewachsen war. Das konnte gelöst werden und der Befall am Darm sei jetzt nur noch sehr klein und sollte mir keine weiteren Beschwerden machen. An der Harnröhre war Befall. In meinem rechten Becken war Befall (daher vermutlich die Beinschmerzen). Und an anderen Stellen, an die ich mich schon gar nicht mehr erinnere.

Mir geht es nach dieser Bauchspiegelung deutlich besser als nach der letzten. Ich weiß nicht, ob es damit zu tun hat, dass ich dieses Mal von einem Experten operiert wurde, aber ich vermute es. Ich dachte, dass ich nach der OP unfassbar viele Gedanken hätte, die ich in einen Beitrag packen kann. Dass ich unfassbar bewegt sein werde. Tatsächlich ist mein Kopf aber sehr leer. Also nicht komplett, ich muss immer wieder darüber nachdenken, dass Kinder aus unserer Zukunftsplanung vermutlich draußen sind. Dass ich meine Ernährung umstellen muss. Dass sich mein Leben jetzt für immer anders anfühlen wird. Aber die meiste Zeit sitze oder liege ich einfach nur da und … nichts. Vielleicht ist mein Gehirn überfordert oder vielleicht ist es auch Akzeptanz, zumindest für eine Zeit. Aber die Welt fühlt sich aktuell nicht real an. Es fühlt sich an, als wäre ich im Urlaub von meinem eigentlichen Leben. Die Welt dreht sich, aber ich bin nicht dabei.

Vermutlich ist es zu früh, um zu erwarten, dass mein Kopf alles verarbeitet, was er verarbeiten muss. Dennoch. Körperlich geht es mir eigentlich ganz gut. Zwei Ibu 400 morgens, zwei abends und der Schmerz kann ausgehalten werden oder rutscht sogar ganz oft in den Hintergrund. Ich kann mich bücken, ich kann laufen, ich kann sogar auf der Seite liegen. Das konnte ich das letzte Mal nicht so schnell und das war ein echtes Problem, weil ich immer auf der Seite schlafe und wenn man dann auch noch Schmerzen hat und nicht seine übliche Position einnehmen kann, wird das Einschlafen wirklich schwer. Aber ich schlafe. Und ich schlafe durch. Kein Aufwachen mitten in der Nacht wegen der Schmerzen. Trotzdem ist mein Körper erschöpft. Auch wenn ich ihn am liebsten wieder auf Betriebstemperatur hochdrehen würde und so tun, als wäre alles wie immer, geht das momentan noch nicht. Es geht mir deutlich besser als letztes Mal. Leider heißt das aber nicht, dass es mir gut geht. Ich hoffe aber, das kommt noch.


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